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Dieses Thema hat 6 Antworten
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 Das V 100-Forum
thor99tw20 Offline



Beiträge: 2

10.02.2010 01:19
Abgastrakt antworten

Hallo, allemann zusammen!

Bin zum ersten Mal hier ,

mir ist anhand von Modellen und danach auch auf Vorbildfoto`s aufgefallen, daß einige V 100 bzw. später BR 110 oder BR 112 einen einseitigen Abgastrakt haben, andere bzw. spätere Ausführungen beiderseits der Kanzel einen haben! Kann mir da jemand eine plausible Erklärung für geben? Meines Wissens ist bis heute die Ex-V 100 einmotorig!

Stephan Leupold Offline



Beiträge: 4

10.02.2010 12:35
#2 RE: Abgastrakt antworten

Wäre mir weder bewußt, noch bekannt.
Vorbau 1 enthält von Fahrzeugspitze aus gesehen nur Lüfter 1 und 2 und dahinter die Abgasanlage.
Vorbau 2 kann gar nichts derartiges enthalten, da sich dort darunter der Hauptluftbehälter befindet.

Gibt es konkrete bildliche Beispiele ?

V100-Ricki Offline



Beiträge: 2

11.02.2010 18:14
#3 RE: Abgastrakt antworten

Hallo,

deine Beobachtungen sind völlig korrekt.

Zur Erklärung:

Die Auspuffverkleidung an Vorbau 2 gehört zur Abgasanlage des Heizkessels. Hat also nichts mit einem zweiten Motor zu tun.

Ich glaube ab Mitte der achtziger Jahre wurde die Abgasführung so geändert, das die Abgase der Heizkesselfeuerung direkt über dem Heizkessel ins freie geführt wurden.
Dies führte im Betrieb aber zu dem Effekt, das bei Fahrt mit Vorbau 2 voran die Heizkesselabgase ins Führerhaus gelangten und dem Lokführer die Luft extrem verschlechterten.

So wurde die Abgasführung des Heizkessels bei einigen Maschinen wieder in die ursprüngliche Variante mit Schornstein am Führerhaus geändert.

Hier zwei Beispiele:

http://www.v100-online.de/index.php?nav=...age&position=14

http://www.v100-online.de/index.php?nav=...age&position=20

112 565-7 mit eindrucksvoller Abgasfahne. Eindeutig zu erkennen das diese NICHT vom Motor kommt. Hier war der Rücklauf der Einspritzleitung am Heizkessel geliert und somot verstopft, was volle Einspritzmenge und diese Abgasfahne zu Folge hatte.

http://www.v100-online.de/index.php?nav=...mage&position=2

112 425-4 ohne Abgasanlage am Führerhaus.

Grüße Richard

thor99tw20 Offline



Beiträge: 2

11.02.2010 19:07
#4 RE: Abgastrakt antworten

Hallo Richard,

deine Antwort hat mir super geholfen, vielen Dank! Nun muss ich doch nicht doof sterben.
Auch noch einen Dank für die ausführliche Erklärung,

Gruß

V100-Ricki Offline



Beiträge: 2

11.02.2010 21:18
#5 RE: Abgastrakt antworten

Kein Problem,

dafür sind doch Foren.

Grüße Richard

110 857 Offline



Beiträge: 15

03.03.2010 18:12
#6 RE: Abgastrakt antworten

Ab der Betriebsnummer 110 313 wurde der Abgasschacht des HK aus Gewichtsgründen gekürzt und schaute fortan direkt aus dem hinteren Vorbaudach.Alle nachfolgenden 110er bis zur 110 896 kamen so ab Werk.Im Zuge von Einsparmaßnahmen bekamen auch Loks mit niedrigen Betriebsnummern den kurzen Abgasschacht verpasst.Ab ca.1990 wurden alle in der Unterhaltung befindlichen 110er mit dem langen Schacht am Führerhaus ausgerüstet.
Selbstverständlich gilt das auch für die 112er und 114er.
Es gab übrigens eine 110er,welche beide Schächte gleichzeitig hatte!Die Lok ist fotografisch dokumentiert,leider weiß ich die Loknummer nicht mehr(ich glaube die 110 239 war es).Sollte mir das Bild mal wieder in die Finger geraten,werde ich es mal einstellen.

mfg. Thomas

lokschlosser41 ( gelöscht )
Beiträge:

30.09.2010 12:08
#7 RE: Abgastrakt antworten

Die BR 111 hatte beide Schächte. Ich habe früher bei Vattenfall an diesen Loks gearbeitet (Durchsichten und Reparaturen). 10 Loks sind noch immer in Betrieb. Zu meiner Zeit hatten die Maschinen zwei Ölbrenner zum vorwärmen des Motors (Starten erst bei einer Kühlwassertemperatur von mind. 50 Grad) und für den Warmhaltebetrieb. Diese zwei Brenner (Heto's) befanden sich vorn beim Ausgleichsgewicht und die Abgase wurden durch ebend diesen zweiten Schacht abgeleitet. Als Brennstoff diente Diesel, der aus dem gleichen Tanks entnommen wurde, aus denen der Motor versorgt wurde.

Ich war öfters dabei wenn der Elektriker Störungen an den Brennern beseitigte oder sie bei der Durchsicht überprüfte und ließ mir den Aufbau erklären. Wenn die Lok nach der Durchsicht probelaufen sollte, mussten wir sie ja vorwärmen, um den Motor starten zu können. Bei den Original Motoren war das vorgeschrieben, da ein Kaltstart ohne vorwärmen den Motor beschädigen konnte (Laufbuchsenriss, Wasserschlag, Kopfdichtungen usw.). Die plötzliche Hitzeentwicklúng auf kaltem Motor hätte fatale Schäden zur Folge.

Man konnte alle beide Vorwärmgeräte zusammen laufen lassen, um schneller die Starttemperatur zu erreichen oder auch nur eins für den Warmhaltebetrieb. Durch Temperaturwächter im Kühlkreislauf wurden die Brenner gesteuert. Auf dem Führerstand wurden sie ein- oder ausgeschaltet.

Ob die Brenner nach dem Wechsel auf einen neuen Motor (8 Zylinder CAT glaub ich) weitergenutzt oder ausgebaut wurden weiss ich nicht.

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